Die Marktgemeinde Tamsweg, auf 1.024 Meter Seehöhe gelegen,

ist Bezirkshauptort und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Lungaus, welcher der südlichste Gau des Bundeslandes Salzburg ist. Tamsweg liegt im östlichen Lungauer Becken in einem breiten Talkessel am Zusammenfluß von Mur, Taurach sowie dem Leißnitzbach, umrahmt von der Gebirgskette der Niederen Tauern, unmittelbar an der Landesgrenze zur Steiermark.

Urkundlich wird Tamsweg erstmals um ca. 1165 erwähnt. Durch die Wallfahrtskirche St. Leonhard, die in den Jahren 1428 bis 1433 erbaut wurde, erlangte Tamsweg als Wallfahrtsort einen hohen Bekanntheitsgrad, der weit über die Grenzen Österreichs hinaus reicht. In den Jahren 1935 - 1939 wurden die damals selbständigen Gemeinden Tamsweg, Haiden, Lasaberg, Mörtelsdorf, Sauerfeld, Seetal und Wölting zur heutigen Großgemeinde Tamsweg, die sich nunmehr über 117 km² erstreckt, eingemeindet.


Mehr über Tamsweg

Die Einwohnerzahl ist seit einem Jahrhundert ständig gestiegen. Insbesonders im letzten Jahrzehnt hat die Einwohnerzahl sprunghaft zugenommen. Lebten um 1870 2.614 Menschen hier, waren es im Jahr 1950 bereits 3.959 Tamsweger/innen. Heute zählt die Gemeinde ca. 6.000 ständige Einwohner. Tamsweg als Bezirkshauptort ist Sitz nahezu sämtlicher Ämter und Behörden. Zudem bestehen in Tamsweg acht verschiedene Schultypen, wodurch der Hauptort das Prädikat einer "Schulstadt" erwarb. Der allgemeine Wirtschaftsstrukturwandel der vergangenen Jahrzehnte ist auch in Tamsweg sichtbar vollzogen worden. Dabei wurde insbesondere eine Entwicklung von der Agrargesellschaft hin zur dienstleistungsorientierten Gesellschaft vollzogen. Als Hauptwirtschaftszweige sind heute die Sparten Holzverarbeitung, Bauwirtschaft, Dienstleistung, sowie Landwirtschaft und Fremdenverkehr anzusehen. Die Betriebsstruktur ist gekennzeichnet von Klein- und Mittelbetrieben. Durch die Schaffung von neuen Gewerbeflächen, die sofort verfügbar sind, wurden in den letzten Jahren bereits Vorbedingungen geschaffen, die die Ansiedlung von größeren Betriebsstrukturen in Tamsweg zuläßt.

Tamsweg im Laufe der Zeit

Tamsweg im Lauf der Zeit

15 v. Chr.
kamen die Römer in den Lungau

um 600
drangen die Slawen in den Lungau

um 700
erfolgte die Landnahme durch die Baiern

um 1165
scheint Tamsweg erstmals als Taemswich in einer Urkunde auf

1246
kaufte der Salzburger Erzbischof Eberhard II. von den Herren von Pettau den ganzen lungauischen Besitz und schenkte die Kirche und den halben Markt dem Domkapitel von Salzburg

1348
wurde erstmals ein Schulmeister erwähnt

1433
erfolgte die Erbauung der Wallfahrtskirche St. Leonhard und somit ein großer Aufschwung des Marktes

1480
wurde Tamsweg in den Kämpfen des Erzbischofs Bernhard von Rohr und König Matthias Carvinus von Ungarn gegen Kaiser Friedrich III. von ungarischen Söldnern besetzt und von den kaiserlichen Truppen gebrandschatzt und geplündert

1571
Niederlassung und Errichtung einer Residenz der Freiherren von Kuenburg

1587
erhielt Tamsweg durch Erzbischof von Kuenburg ein Marktwappen

1644
wurde ein Kapuzinerkloster erbaut

1670
übersiedelte das Archidiakonat (Dekanat) von Mariapfarr nach Tamsweg

ab 1700
betrieben die Bürger von Tamsweg einen regen Eisen- und Salzhandel, der mehr als 200 Jahre eine bedeutende Einnahmequelle für Tamsweg war

1737-1741
wurde die heutige Pfarrkirche erbaut und der "Vereinigte" von Tamsweg gegründet

1742
vernichtete ein Großbrand 44 Häuser

1791
verlegte Erzbischof Coloredo das Pflegschaftsgericht von Moosham nach Tamsweg und ließ das aufgelassene Kapuzinerkloster in ein Amtsgebäude umbauen

1797
besetzten französische Truppen Tamsweg und erlegten dem Markt neben der Requirierung von 222 Ochsen und einer Menge von Lebens- und Futtermitteln, eine "Brandschatzung" von 4.518 Gulden in Gold und Taler auf

1834
fand zum erstenmal das Wasserscheibenschießen am Prebersee statt

1894
wurde die Murtalbahn eröffnet

1897
erfolgte der Bau eines Elektrizitätswerkes sowie einer Hochdruckwasserleitung.
Das Kronwirtshaus wurde zum Rathaus umgebaut (siehe Bild oben)

1908
wurde das Krankenhaus eröffnet

1936
Zusammenschluß der sechs Landgemeinden zu einer Großgemeinde von 117 km²

1945
besetzten die Engländer Tamsweg und errichteten bis zur Eingliederung in die amerikanische Besatzungszone nächst dem Markte einen Internierungsraum für 72.000 Wehrmachtssoldaten.
18.000 mitgenommene Pferde fraßen die Felder buchstäblich kahl.
Im Zweiten Weltkrieg hatte Tamsweg 202 Gefallene zu beklagen.

1954 - 1955
Neubau der Hauptschule Tamsweg-Lasabergweg

1955
Errichtung der Landes-Landwirtschaftsschule Tamsweg

1960 - 1961
Errichtung eines Seniorenheimes

1962
Neubau der Volksschule Sauerfeld

1964
Neubau der Volksschule Tamsweg mit Sonderschule

1967 - 1969
Errichtung des Hallenbades mit Sauna und Freibad sowie Ausbau der Sportanlagen

1970 - 1974
Errichtung der Bundesschulen mit Bundesgymnasium, Handelsakademie und Handelsschule

1973 - 1974
Errichtung eines Erweiterungsbaues für die Hauptschule Tamsweg-Lasabergweg und den Polytechnischen Lehrgang

1974 - 1975
Neubau des Postamtes Tamsweg

1977 - 1978
Errichtung eines Erweiterungsbaues für das A.ö. Krankenhaus Tamsweg (Ausbau als Standardkrankenhaus mit 4 bettführenden Abteilungen)

1980 - 1981
Erweiterung des Friedhofes mit Errichtung einer Aufbahrungshalle

1984 - 1985
Neubau eines Amtsgebäudes für das Arbeits- und Vermessungsamt
Neubau der Hauptschule Tamsweg-Sportzentrum

1985 - 1986
Errichtung der Jakob Strucker-Kaserne in Tamsweg

1987
Abschluß der Generalsanierung der Volks- und Sonderschule Tamsweg

1988 - 1989
Neugestaltung des Marktplatzes
Baubeginn Ausbau der Preberstraße

1989 - 1991
Neubau eines Feuerwehrhauses

1990
Eröffnung des Altstoff-Sammelhofes

1991 - 1993
Neu- und Erweiterungsbau des A.ö. Krankenhauses Tamsweg
Shulsanierungen (Volksschule Sauerfeld, Volksschule Seetal, Hauptschule Tamsweg-Lasabergweg)

1993
Ausweisung des Gewerbegebietes Litzelsdorf

1993 - 1994
Sanierung des Altbaues des A.ö. Krankenhauses Tamsweg
Grundkauf für Wohnbau in der Dechantsiedlung und Beginn der Bebauung


1993 - 1995
Beginn mit dem Bau einer Tiefgarage
 
1994 - 1995
Renovierung der Pfarrkirche Tamsweg

1995
Erweiterung des Friedhofes

1995 - 1996
Errichtung eines Biomassefernheizwerkes (EU-Demonstrationsprojekt)

1996
Sonderpreis für Tamsweg beim "Europ. Dorferneuerungspreis 1996"

1997
Tamsweg wird Bundessieger beim Klimabündniswettbewerb "Ferienklima" und erhält die Auszeichnung "Klimafreundlichste Gemeinde Österreichs"

1997 - 1999
Generalsanierung des Hallen- und Freibades Tamsweg

2000
Erweiterung des Friedhofes Tamsweg

2001
Außenrenovierung der Pfarrkirche St. Jakob
Fertigstellung der Sanierung u. Erweiterung des Seniorenwohnheimes St. Barbara

2002
Errichtung eines Erweitungsbaues für die Berufschule Tamsweg

2003
Fertigstellung der Rathaussanierung

2004
Eröffnung des Radwegteilstückes Tamsweg - Ramingstein
Zu- und Umbau der Sonderschule Tamsweg
Errichtung des Vereinshaus Wölting

2007
Renovierung des Marktplatzes