Das letzte Jahrtausend

Mit der Eröffnung der Murtalbahn 1894 erhielt der Lungau Zugang zu einem wichtigen Transportmittel, das seither sowohl für den Personen- als auch für den Güterverkehr in die angrenzende Steiermark unentbehrlich ist. Das ausgehende 19. Jahrhundert leitete aber vielerlei Hinsicht einen Aufschwung ein, denn der Fortschritt machte auch im Lungau nicht halt. 1897 fand der Markt mit der Errichtung eines Elektrizitätswerkes Anschluss an das Stromnetz. Damit war auch der Weg für eine elektrische Straßenbeleuchtung offen. Im selben Jahr wurde die Hochdruckwasserleitung gebaut.

Das Telefon

1911 brach für den Lungau das Telefonzeitalter an. Auch im infrastrukturellen Bereich brachte die Zeit nach der Wende zum 20. Jahrhundert wichtige Neuerungen. 1908 wurde das neu gebaute Krankenhaus eröffnet und löste damit das bisherige Ruralkrankenhaus gegenüber des Hotels Post ab.

Eingemeindungen

1935 fanden schließlich die Eingemeindungen der umliegenden Landgemeinden Wölting, Haiden, Sauerfeld, Lasaberg und Mörtelsdorf statt, Seetal folgte 1938. Die Einwohnerzahl ist seit einem Jahrhundert ständig gestiegen. Besonders im letzten Jahrzehnt hat die Einwohnerzahl sprunghaft zugenommen. Lebten um 1870 2.614 Menschen hier, waren es im Jahr 1950 bereits 3.959 TamswegerInnen. Heute zählt die Gemeinde ca. 6.000 ständige Einwohner. Kaum zu glauben, dass Tamsweg im Mittelalter schätzungsweise an die 500 Einwohner hatte. Tamsweg als Bezirkshauptort ist Sitz nahezu sämtlicher Ämter und Behörden. Zudem bestehen in Tamsweg acht verschiedene Schultypen, wodurch der Hauptort das Prädikat einer "Schulstadt" erwarb. Der allgemeine Wirtschaftsstrukturwandel der vergangenen Jahrzehnte ist auch in Tamsweg sichtbar vollzogen worden. Dabei wurde insbesondere eine Entwicklung von der Agrargesellschaft hin zur dienstleistungs-orientierten Gesellschaft vollzogen. Als Hauptwirtschaftszweige sind heute die Sparten Holzverarbeitung, Bauwirtschaft, Dienstleistung, sowie Landwirtschaft und Fremdenverkehr anzusehen. Die Betriebsstruktur ist gekennzeichnet von Klein- und Mittelbetrieben. Durch die Schaffung von neuen Gewerbeflächen, die sofort verfügbar sind, wurden in den letzten Jahren bereits Vorbedingungen geschaffen, die die Ansiedlung von größeren Betriebsstrukturen in Tamsweg, welches überdies zum EU Ziel 2 Fördergebiet zählt, zulässt.